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Philosophisches Café

Die Geburt der Philosophie fand nicht im Elfenbeinturm statt – sondern auf dem Marktplatz in Athen. Dort brodelte das Leben. Dort saß auch Sokrates und suchte Menschen, die bereit waren mit ihm gemeinsam über das Leben und Gott und die Welt nachzudenken und zu diskutieren. Bis heute gilt er als Stammvater aller Philosophen, und nicht etwa deshalb, weil er so hervorragende Antworten auf alle Fragen parat gehabt hätte. Nein, im Gegenteil – berühmt und auch berüchtigt ist er gewesen und beblieben, weil er ein Meister war im mitdenkenden Zuhören und vor allem im Fragestellen. Auf dieses Weise ermunterte er seine Gesprächspartner zum Selbst denken. Er bot ihnen die Chance, sich in im Gespräch der eigenen Meinung klar zu werden und diese dann auch wiederum zu prüfen und in Frage stellen zu lassen. Sokrates Methode ist in der Philosophie und der Wissenschft seit nunmehr 2500 Jahren grundlegend. - Nur das mit der lockeren Runde auf dem Martkplatz hat sich nicht gleichermaßen durchgesetzt. Vielleicht, weil es nicht überall und immer so warm und sonnig ist wie in Griechenland. Im Moment möchte ja trotzdem Niemand mit den Griechen tauschen.Aber es gibt schließlich auch öffentliche Orte des intellektuellen Austausches, die weniger wetterabhängig sind. Asphasia (um 470 -420 v.Chr.) gründete einen Philosophischen Salon, wohl auch desshalb, weil es Frauen untersagt war, öffentlich auf dem Marktplatz das Wort zu führen. Platon bezeichnete sie seine Rethoriklehrerin.Aus solchen Orten entwickelten sich rund 2000 Jahre später in vielen Ländern Europas die Kaffeehäuser, nachdem wir von den arabischen Nachbarn über das osmanische Reich den anregende Genuss der gerösteten Kaffeebohne zu schätzen gelernt hatten. (Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit). Im Kaffeehaus traf man sich mit Gleichgesinnten und Andersdenkenden, hier konnte man sich die Köpfe heiß reden, Pläne schmieden, Reden schwingen oder auch ganz einfach nur zuhören, abwarten und Kaffee trinken. Voltaire spricht vom Kaffeegenuss als dem „nüchternen Rausch“. Zweifelsohne wurden viele Weichen für Europas kulturelles und politisches Leben im Café gestellt.Bis aber diese beiden den Lebensfragen und der Öffentlichkeit verpflichteten „Kulturgrößen“ (Sokrates und das Café) ausdrücklich zusammengeführt wurden dauerte es aber eigenartiger Weise bis 1992. In diesem Jahr gründete der französische Autor und Philosoph Marc Sautet sein erstes „Café philosophique“ in Paris. Er wollte die Weisheitsliebe, die Philosophie zurückholen aus den Universitäten, Bibliotheken, Studierzimmern, dahin, wo sie sicherlich nicht zufällig das Licht der Welt erblickt hatte: mitten im Alltag, mitten im Leben. Ein philosophisches Café ist offen für alle interessierte Menschen. Es bietet einen freien, undogmatischen Raum für geistreiche Gespräche über die großen und kleinen Fragen des Lebens – den brandaktuellen und denen, die immer wieder neu gestellt werden und gestellt werden müssen.Sautets Philosophisches Café ist ein echtes „Erfolgsmodell“. Mittlerweile gibt es hunderte davon rund um die Welt. In Deutschland wurde das erste 1997 in Düsseldorf noch persönlich von Sautet eröffnet (er starb 1998). Seither folgten Gründungen in vielen großen und kleineren Städten ganz Deutschlands und seit 2012 auch in Goslar. Egal, ob Sie mitreden oder zuhören wollen – am Besten – im Sinne Sokrates – beides abwechselnd.

Der Termin für das nächste Philosophische Café wird unter Aktuelles bekanntgegeben.

Aspasia im Gespräch mit griechischen Philosophen, Michel Corneille der Jüngere, (1642-1708), Versailles